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The Hunt – Halbzeitbericht PDF Drucken E-Mail
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Second Life News - Latest News
Geschrieben von Silvio Interflug   
Thursday, 16. October 2008
(von Natascha Randt)
Eines schönen Abends in SL waren Nicky und ich in einer Sandbox. Nicky hatte kurz zuvor eines von diesen Nobelautos erworben, die mit dem Fadenkreuz, auf der Motorhaube.

Ich hatte nur eine Reisschüssel, aber eine mit vielen Extras. Jedenfalls kamen wir auf den Gedanken, mal alle Fahrzeuge die in unseren Inventaren schlummerten, zu Rezzen. Das förderte allerlei absonderliches Gerät zu Tage und bald sah die Sandbox aus, wie eine Straße zur Rushhour. ...
The Hunt
Um die ganze Sache interessanter zu gestalten, schoben wir einige Busse usw. zu einem Crash zusammen. Das Ganze nahm beinahe bedrohliche Züge an als wir ein wenig Feuer hinzufügten und eben eine Straße.
Wir parkten unsere Karossen auf dem Seitenstreifen, wie Gaffer oder Polizei.

Während wir verschiedene Szenarien gedanklich durchspielten, die beliebten was-wäre-wenn-Geschichten, hatte ich einen, hm....sagen wir mal Geistesblitz. Warum nicht mit den Mitteln, die Secondlife bietet, die Geschichte dieses Unfalls erzählen?

Zunächst mal, wie könnte es in Secondlife zu einem solchen Unfall kommen? Fliegen, Teleportieren usw. da kann es eigentlich keine Karambolage mit ernsten Folgen geben. Was wäre aber, wenn....
Wir malten uns die wildesten Geschichten aus und ich dachte erst daran, so eine Art Fotoroman zu machen, aber dann fielen mir die Videos von Torley Linden ein. Hey, was der kann, das kann ich schon lange!

Aber wie zum Geier macht der das? Also recherchieren, recherchieren, recherchieren. Reicht die mir zur Verfügung stehende Hardware aus? Welche Software brauche ich? Läuft die unter meinem Betriebssystem? Wie hoch sind die Kosten, für Anschaffungen in diesem Bereich? Alles  Fragen, die vom Eigentlichen erst einmal ablenken, die Antworten auf selbige jedoch erst die Grundlage schaffen, eine Idee mehr oder weniger gut umzusetzen.

Gleichzeitig überlegten wir, welche Story wir überhaupt haben. Nun, eigentlich keine. Was von vornherein feststand, war, dass wir, also Nicky und ich, die Hauptrollen spielen und natürlich die Guten sind. Dazu musste ein Bösewicht her.

Viele Ideen wurden geboren und verworfen, schließlich erschien es mir am Einfachsten, ein wüste Mischung verschiedener Filmgattungen und Kategorien zu machen, um den Möglichkeiten die SL bietet auch nur in kleinster Weise gerecht zu werden. 

Zudem wollte ich möglichst wenig an harter Währung investieren, einfach um zu schauen, wie weit Fantasie und Improvisation ausreichen, ein solches Projekt auf die Beine zu stellen und natürlich ging es auch nicht darum, irgendwas kommerzielles zu machen, in wie vielen Kinos würde schon ein abstruses SL Video laufen.

Als Konsequenz, nicht nur daraus, ergab es sich, dass wir einen Film machen würden, ähnlich diesen kleinen aber manchmal feinen, manchmal aber auch abstrusen, B-Movies der 1950er Jahre.
Da ich ein wenig von Filmen, Filmtheorie usw. verstehe und entsprechend viele Filme kenne und gesehen habe, entschloss ich mich möglichst viele Filme zu zitieren.

Irgendwie habe ich dann eine Storyline entwickelt, die von unserem Zu hause in die Weiten des Grid führen musste. Was bot sich da näher an, als eine Jagd? Eine Jagd nach einem MacGuffin, verfolgt von Polizei, Geheimorganisationen und einem gigantischen Oberbösewicht. Mit etlichen Fragen und Rätseln, die auf dem Weg zum finalen Showdown gelöst werden müssen. Oder auch nicht, siehe B-Movie....

Da es zwei Hauptrollen gab, musste es zwangsläufig eine Art Buddymovie werden, was dann tolle Möglichkeiten des Spannungsaufbaus bietet, Guter Cop – Böser Cop, Doof-Schlau etc., mehrere Handlungsbögen, wenn sich die Wege der Buddys zwischenzeitlich trennen.

Eine nicht ganz unwesentliche Frage war, wie soll es denn nun werden, ernst oder nicht? Klare Antwort, so überhaupt nicht ernst. Sicherlich ist es schön und wichtig, ernste Filme zu machen, Filme, die zum Nachdenken anregen. The Hunt sollte einfach nur unterhaltsam sein und zeigen, welche Möglichkeiten SL bietet, um selbst etwas zu machen, ohne großen Aufwand eine Message rüber zubringen, egal in welche Richtung sie auch geht. Das, so scheint es, ist mir gelungen und darauf bin ich auch ein wenig Stolz.

Schnell war klar, dass The Hunt ein Mehrteiler werden würde, da es kaum möglich ist, mir zumindest, meine übersprudelnden Ideen in zehn Minuten zu verwirklichen (Zehn Minuten ist die maximale Länge, die bei  Youtube ein Video haben darf) . Zu meinem Leidwesen musste ich dann die einzelnen Kapitel noch einmal in Unterkapitel aufteilen.

Als ich soweit war, einen Rohentwurf des Drehbuchs für einen ersten Teil zu haben, ein wenig von der Technik des Aufnehmen verstand, mit der Software einigermaßen klar kam, stellte sich heraus, dass es ohne Unterstützung gar keine Jagd geben würde. Erstens konnte Nicky und ich kaum alle Rollen, die sich mittlerweile herauskristallisiert hatten, selbst spielen und zum Zweiten fehlte es an Drehorten, möglichst lagfrei. Dann mussten auch noch jede Menge Kulissen erstellt werde, wie sich kurze Zeit später herausstellte.

Was Lag also näher, sich gar nicht erst mit unseren FL aufzuhalten, sondern direkt einen Aufruf in Slinside zu starten? Immerhin die größte deutsche Secondlife Community, erreicht man so eine Menge Residents. Der Erfolg war überwältigend, gerade so als hätten die User nur darauf gewartet, in einem drittklassigen Film eine Rolle übernehmen zu dürfen. Die Auswahl gestaltete sich gar nicht so schwer, obwohl ich keinen der User im eigentlichen Sinne kannte. Da schon zu diesem Zeitpunkt klar war, das The Hunt sich über einige Kapitel erstrecken würde, gab es also keine Probleme, immer wieder neue Leute einzubringen.

Die Darsteller, waren und sind alle eine Klasse für sich, da sie zum einen unentgeltlich ihren Avatar und ihre Zeit zu Verfügung stellten und zum anderen sich meinen Regieanweisungen aussetzten, ohne zu wissen, wie das Endprodukt unserer gemeinsamen Anstrengungen aussehen würde. Zeit, die Darsteller einmal kurz vorzustellen:

Allen voran Die Witwe, dargestellt von Narina Cortes. Ein echter Glücksgriff. Narina ist sich für nichts zu schade und immer, na ja meistens, ernsthaft bei der Sache. Sie ist der Shootingstar des Projekts und eine heiße Anwärterin auf einen noch zu vergebenden Dings. Eigentlich nur dazu gedacht, die Dinge ins Rollen zu bringen, hat sich der Charakter verselbstständigt und wird bis zum Ende immer wieder auftauchen.

Geister Pfeffer stellte sich und sein SIM spontan zur Verfügung. Er stellte den ersten toten Avatar in The Hunt dar. Zwar nur eine Nebenrolle, aber die zappelnden Beine und das Geister dermaßen lange die Luft anhalten kann, wird ewig unvergessen bleiben.

Im zweiten Kapitel traten Adriana Kuramoto, Xenos Yifu und Reinhold Apfelbaum freundlicherweise als tote Avatare auf, die stunden- und tagelang auf einem kalten Betonboden ausharren mussten, bis alle Szenen im Kasten waren.
Reinhold Apfelbaum spielte zudem eine weitere Rolle, die des Bullen (von T...) vom Grid.  Narina Cortes spielte wieder auf ihre unvergleichliche Art Die Witwe. Wie zuvor die Witwe, entschloss ich mich spontan, den Bullen vom Grid bis zum Ende immer wieder Auftreten zu lassen.

Kapitel Drei brachte so einige neue Gesichter, zunächst, Ladies first, Lollo Hienrichs, als messerschwingende, blonde  Chief of Bartertown, die eigentlich nur Kaffee kochen kann, einfach göttlich.

Dann Emilie Ceawlin, die als blonde Polizistin, sowie als blonde Verhörspezialistin ebenfalls ein Doppelrolle spielte und sich nicht zu schade war, sich von mir eins mit dem Nudelholz über braten zu lassen, Klasse!

Walt Faulds, meine Wunschbesetzung für den Hehler/Schwarzmarkthändler, einfach Super! Walt sagte spontan zu, ohne dass er wusste, worauf er sich einließ.

Auch der Bulle vom Grid hatte in Kapitel drei einen Einsatz. Es macht immer wieder ungemein Spaß mit Reinhold zusammenzuarbeiten.

Experimentell kamen zwei Kunstfiguren im dritten Teil vor, zum einen, ebenfalls eine Blondine, die Nachrichtensprecherin Doofi Noob, gespielt von Nicky Balogh und von mir mit einer Stimme versehen und Klaus Honk, ein Viech,irgendwo in Bartertown hausend, das den Part des Deep Throat, des allwissenden, aber in Rätseln sprechenden Ratgebers übernahm.  

Last but not least, Nicky Balogh und meine Wenigkeit in den Hauptrollen. Wir wissen selten was wir tun, aber dabei geben wir unser Bestes.


War das erste Kapitel noch ein just-for-fun-Projekt, schnell und hektisch abgedreht, ist die Entwicklung bis hin zum dritten Kapitel langsam etwas monströs geworden. Der Aufwand gestaltet sich mittlerweile riesig. So haben die Kulissen im dritten Teil die 1000 Prim Marke locker überschritten.
War das erste Kapitel mit 5:43 Minuten eher Durchschnitt, ist das Dritte mehr als 32 Minuten lang, in vier Unterkapitel aufgeteilt.
Der zeitliche Aufwand ist immens, etwa eine 90 Minuten pro zusehender Filmminute. Zunächst das Drehbuchschreiben und das eigentliche Aufnehmen der Szenen. Dann die Nacharbeit.

Schnitt, Übergänge, Sound und Musikrecherche, Titel etc. Hatte ich Anfangs das Storyboard im Kopf, reicht auch das mittlerweile nicht mehr aus und ich erstelle mir ein, zumindest rudimentäres, auf Papier.

Damit es keine rechtlichen Probleme gibt, greife ich auf frei zu verwendende Sounds und Musikstücke zurück, die aber leider noch recht dünn gesät sind, sodass sich die Musik in The Hunt häufig wiederholt, was aber, so man nicht alle Kapitel hintereinander ansieht, kaum auffällt. Hoffe ich.

Obwohl die Kapitel vier und fünf schon als Drehbuch existieren, geht The Hunt aus oben genannten Gründen erstmal in die Pause. Man kann es auch als künstlerische Pause betrachten, so man das Projekt in irgendeiner, wahrscheinlich sehr schrägen Art, als Kunst betrachten möchte.
Ich muss zunächst einmal neue Möglichkeiten erforschen und auch das eine oder andere Projekt, das mir am Herzen liegt, jetzt realisieren.

Ich hoffe, das es allen am Projekt Beteiligten genauso viel Spaß gemacht hat wie mir und sich Niemand vorgeführt oder lächerlich gemacht fühlt, denn das lag nie in meiner Absicht.

Ein fettes Dankeschön an alle Darsteller und all Diejenigen, die das Projekt hinter der Kamera unterstützt haben und weiter unterstützen und insbesondere an Nicky.

Abschließend bleibt zu sagen, The Hunt wird definitiv fortgesetzt, nur der Zeitpunkt ist noch offen.

...all systems down....


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Letzte Aktualisierung ( Thursday, 16. October 2008 )
 
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