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Rollenspiel in Second Life - Grundlagen 1 PDF Drucken E-Mail
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Second Life News - Latest News
Geschrieben von Wind   
Monday, 1. September 2008
Rollenspiele gibt es in Deutschland seit ca. Anfang der 70iger Jahre.

Anfangs als so genannte P&P Spiele (Pen und Paper), es wurde und wird dort hauptsächlich mit Charakterkarten und Würfeln gespielt
In Deutschland waren Rollenspiele ab Mitte der 70er Jahre mit viel Mühe über spezielle Händler zu bekommen und mancher hat die alten, abgeschabten Würfel aus Weichplastik aus dieser Zeit noch als Rarität und Trophäe aufbewahrt.
Das erste deutsche Rollenspiel war Midgard, das 1981 das Licht der Welt erblickte. Zwei Jahre später folgt das erfolgreichste deutsche Spiel „DAS“ (Das Schwarze Auge). ...
Rollenspiel in Second Life
... Beide besaßen ausführlich beschriebenen Welten und natürlich eigenen Regeln.
Gerade zu "DSA", dessen Verlag sich aus einem der Shops entwickelte, die die ersten Rollenspiele nach Deutschland brachten, gibt es mittlerweile zahlreiche Abenteuer, Zusatzregeln und Quellenbücher sowie eigene Romane und eine Erweiterung der ursprünglichen Welt. ...



Wie funktionieren Rollenspiele?
Eine Spielgruppe besteht aus einem Spielleiter und Gruppe von mehreren Spielern. Letztere haben einen so genannten Charakterbogen, auf dem die Eigenschaften und Fähigkeiten einer fiktiven Person unter anderem in Form von Zahlen festgelegt sind (Bsp.: Die Intelligenz auf einer Skala von 1-18, ebenso Geschicklichkeit, Stärke, Schönheit und dergleichen mehr).
Je ausgearbeiteter ein solcher Charakter ist, umso einfacher ist es ihn zu spielen.
Auf diese Weise hat man die Möglichkeit, ganz unterschiedliche Rollen im Laufe der verschiedenen Spiele auszuprobieren - wie verhält man sich als Ritter, als Schurke, als ein Muskelprotz, ein ehrgeiziger Zauberer, ein dem Wald verbundener Elf, als Barbar, als nach Schätzen suchender Zwerg oder - was sehr abenteuerlich sein kann - als Frau, wenn man ein männlicher Spieler bzw. als Mann, wenn man ein weiblicher Spieler ist.

Welche Ausrüstungen braucht man dafür?
Ganz spartanisch gesagt:
Eigentlich fast keine, denn die Hauptzutat des Spiels ist Phantasie und entweder hat man die immer bei sich oder man besitzt sie ohnehin nicht.

Trotzdem gibt es natürlich sehr viele Sachen, die man dazu nehmen sollte oder könnte. Hier die Ausrüstung im Einzelnen:

Regelwerke:
Sicherlich kann man selber simple Regeln für ein Rollenspiel aufstellen und loslegen, aber es gibt eine Vielzahl von Publikationen, die einem sämtliche Arbeit schon abgenommen haben.

Die Regelwerke enthalten auch die, für die Spieler nötigen Charakterbögen, in die sie die Werte ihrer Figuren eintragen.

Kriegerinnen sind geübter im Umgang mit Waffen, Heiler können heilen und Tränke herstellen.....

Abenteuer oder "Module":
Kein Spielleiter kann sich immer alle Geschichten, die die Spieler erleben, selber ausdenken.

Man sollte also versuchen sich kleine Geschichten zu überlegen.
Fange klein an z.b. XY braucht neue Kräuter, und gibt jemandem den Auftrag welche zu suchen.

In welchen Welten spielt man?
Es gibt eigentlich keine "Welt", die nicht vom Rollenspiel entdeckt wurde.
Vielfach spielen die Abenteuer in dem Bereich der Fantasie, der gerade durch die "Herr der Ringe"-Filme auch einem Publikum vertraut ist, das sonst nicht viel mit diesem Genre zu tun hat. Fantasy-Welten sind geprägt durch eine mehr oder minder mittelalterliche Umgebung, in der mystische Wesen wie Elfen, Zwerge, Feen, Drachen und Trolle ganz normal existieren, auch wenn sie je nach Spielsystem sehr unterschiedlich dargestellt werden.

Rollenspiel gilt vor allem in Fernseh- und Zeitungsberichten als sehr suspekt.
Gerade die üblichen "Fachbegriffe" des Spiels wirken, aus dem Zusammenhang genommen, befremdlich: der "Meister", der einem einen "Auftrag" gibt, den man mit seiner "Magier" ausführt, vielleicht noch mit Hilfe eines "Rituals", in dem ein "Dämon" beschworen werden musste.
Eine weiterer gern angeführter Kritikpunkt ist die Realitätsflucht, die Rollenspieler mit ihren langen Spieletreffen, dem Erleben von Abenteuern aus "zweiter Hand" und der Begeisterung für nicht existente Welten und Personen begehen.

Positive Kritik am Rollenspiel gibt es jedoch auch: kaum ein anderes Spiel erfordert ein so hohes Maß an Kommunikation innerhalb der Gruppe und verlangt viel Kooperation zwischen den Spielern und dem Spielleiter, damit sich alle auf ein gemeinsames Vorgehen und eine Darstellung der Situation einigen können.

Bedenkt beim Rollenspiel immer eins. Egal wo ihr spielt. Egal was ihr spielt. Irgendwann kann es euch dazu bringen, echte Gefühle für euren Gegenüber zu entwickeln. Trennt RL und SL solange es euch möglich ist. Für Risiken und Nebenwirkungen seid ihr selbst verantwortlich.

Kann ich das überhaupt, das „Rollenspiel“?
- Bist du gerne mit anderen Menschen zusammen,
- macht es dir Spass, dich mit verschiedenen Persönlichkeiten auseinanderzusetzen?
- macht es dir Spass dich in eine andere Rolle hineinversetzen?
- würdest du gerne eine andere Welt, eine andere Zeitepoche kennen lernen?

Wenn du diese Fragen mit „Ja“ beantwortet hast, dann kannst auch DU Rollenspiel betreiben!

Am Anfang entscheidest du dich für die Welt in der du spielen willst (siehe auch die Beschreibungen der RP Welten)
Als nächstet suchst du dir einen passenden Charakter aus den du dann für dich beschreibst.
Je ausgearbeiteter ein solcher Charakter ist, umso grösser ist der Spielspass.
Auf diese Weise hat man die Möglichkeit, ganz unterschiedliche Rollen im Laufe der verschiedenen Spiele auszuprobieren - wie verhält man sich als Ritter, als Schurke, als ein dem Wald verbundener Elf, als Barbar, usw.

Im Rahmen von Second Life (SL) werden die verschiedenen Rollen zu Beginn vom Spielleiter (meist der Besitzer oder Mieter der Landfläche) festgelegt. Als künftiger Teilnehmer des RPs sucht man sich eine dieser Rollen aus, erarbeitet die Geschichte seines Charakters und schickt – in vielen Fällen – dem Spielleiter diese Informationen per Notecard. Je ausführlicher der Charakter hier beschrieben wurde, umso einfacher ist es für den Spieler, sich in die Rolle hineinzuleben.

Wie verhalte ich mich im Rollenspiel korrekt (Do´s)?
- Zu Beginn unbedingt die Regeln durchlesen und akzeptieren.
Das sind zum einen die SIM-Regeln und natürlich auch die Regeln für das Rollenspiel. Diese Regeln sind immer bei Betreten der RP-Welt erhältlich.

Was ist das für eine Welt, in der ich spiele?
Wenn ihr wisst in welchem Rollenspiel ihr spielen wollt… Gor, Vampire, Elfen, Amazonen, usw., dann solltet Ihr schon ein wenig über die dortigen Gepflogenheiten wissen. Das erleichtert es Euch, Eure eigene Geschichte zu definieren.

- Kein Charakter fällt aus den Wolken und ist plötzlich da.
Ihr müsst die Geschichte nicht aufschreibe, aber wenigstens in Gedanken solltet ihr skizziert haben wer oder was ihr seid.
Die Geschichte des armen Weisenkindes, dessen Eltern bei einem Überfall getötet wurden und das seither durch die Welt irrt, ist wohl die überstrapazierteste Geschichte in der Welt des RP, ABER es ist immerhin eine Geschichte.

- Akzeptiere deine Rolle mit allen Stärken und Schwächen.

- Benutze „Emotes.
Erst der Einsatz von Emotes macht das RP  erlebbar. (siehe auch den Punkt unter „Wichtige Begriffe des RP, kurz erklärt“)

Was sollte man tunlichst unterlassen (Dont´s)?
- „Woher kennst du meinen Namen Fremder?“
Obwohl man in SL  den Namen des Gegenübers über seinem Kopf schweben sieht:
Treffe ich eine Person im Rollenspiel zum ersten Mal, dann weiss ich deren Namen einfach nicht. Also erfragt diesen Namen oder sprecht denjenigen anders an (Sir, Lady… irgendwas… nur nicht den Namen).

- Nötige dein Gegenüber nicht zu einer Handlung.
Beschreibe deine Handlung, aber nicht die des Gegners. Lass ihn selbst darauf in seiner eigenen Weise reagieren (Siehe auch unter „Wichtige Begriffe...“ und „Tipps für den Einstieg“).

- God Mode.
Kein Charakter ist frei von Schwächen.
Dies können körperliche, wie auch charakterliche oder psychische Schwächen sein. Sonst wird es für diene Mitspieler sehr schnell langweilig werden, wer will sich schon mit „Superman“ messen? (siehe auch unter „Wichtige Begriffe innerhalb des RP, kurz erklärt“)

- Einsatz von „elektronischen Hilfsmitteln.“
Radars, Minimap und Kamerazoom...Erst der totale Verzicht auf diese illegalen Hilfsmittel bringt wirklich Nervenkitzel und Spannu und vor allem mehr Spaß ins RP.

- Nur Gespräche, die in das Rollenspiel passen.
Auch ein Schauspieler bginnt nicht während dem Dreh seinem Partner zu erzählen, was er letzte Woche erlebt hat...
Vermeidet alle Gespräche, die nicht zum Rollenspiel passen („OOC“ – siehe auch den Punkt unter „Wichtige Begriffe des RP, kurz erklärt“)

Wichtige Begriffe innerhalb des RP, kurz erklärt:

Force RP 
Einen anderen Charakter (Avatar) zu einer Handlung nötigen ist in etwa das schlimmste was man machen kann. Alles dass einen anderen Character nachträglich beeinflusst sollte vorher per IM abgeklärt werden (Verstümmelungen,...). Ein RP  spielt man miteinander, nicht gegeneinander.
Zwinge also niemanden zu etwas, sondern lass die Entscheidung dem Opfer.

God Mode
Spielt man in einem RP  einen Character, dann hat der ganz sicher seine Stärken, ja. Aber noch viel sicherer (so sollte es zumindest sein) hat er seine Schwächen.
Dies können körperliche, wie auch charakterliche oder psychische Schwächen sein. Ein paar einfache Beispiele (Blindheit, Teilblindheit, Verteidigungsschwäche auf einer bestimmten Körperseite, eine Schwäche für Alkohol… mit den damit verbundenen Folgen, usw.)

Aber auch der Einsatz von „elektronischen Hilfsmitteln“ ist „God Mode“.
Radars, Minimap und Kamerazoom sind die wohl am häufigsten ge- und missbrauchten Mittel. Wenn ich eine Stadt durchsuche, dann sollte ich sie auch durchsuchen… und nicht auf der Minimap schauen wo wohl mein Opfer ist. Erst der totale Verzicht auf diese illegalen Hilfsmittel bringt wirklich Nervenkitzel und Spannung… und vor allem mehr Spaß ins RP.

Emotes
Der Einsatz von Emotes macht das RP  „erlebbar“.
Unter „Emotes“ versteht man die Beschreibung einer Handlung
Das macht ein RP  erst richtig plastisch.

Man kann zum Beispiel seine „Bewegungen“ auf diese Weise ausschmücken und interessant machen.

Zitat:
„XYZ balanciert die Tasse auf dem Tablett und geht langsam und vorsichtig zurück ins Wohnzimmer. Tollpatschig wie sie ist sieht sie den Schuh nicht, der vor ihr liegt und schlägt der Länge nach hin.“

Tipps für den Einstieg:

Akzeptiere deine Rolle 
Habe ich mir eine Rolle ausgesucht, dann sollte ich diese Rolle auch akzeptieren.
Bin ich eine „Büroangestellte“ dann ist es einfach unglaublich schwer zu vermitteln, warum ich mit Pistolen, Gewehren, Messern und Schwertern unschlagbar bin. Macht Eure Rolle schlüssig und spielt sie schlüssig.
Frauen sind schwächer als Männer, Nackte sind anfälliger gegen Schaden als jemand in Rüstung.

Versuchen… nicht „machen“
Im normalen RP  wie auch im Kampf RP  gilt die Devise „Versuche etwas zu tun, mache es nicht“.
Also zu Deutsch: Wirkt sich meine Aktion irgendwie auf mein Gegenüber aus, dann beschreibe ich meine Aktion, das „Ergebnis“ der Aktion überlasse ich aber meinem Gegenüber.
Schlage ich jemanden auf die Backe, der vor mir kniet… nun da kann ich schon erwarten, dass der Schlag trifft.
Werfe ich zum Beispiel eine Tasse nach jemandem, weil sie frech war, dann beschreibe ich den Wurf… den Aufprall der Tasse… wo auch immer… überlasse ich dem „Opfer“.

Emotes
Wichtig zu beachten bei Emotes - benutzt die 3. Person wenn ihr emotet.
Das „/me“ wird immer durch euren Namen ersetzt, deshalb ist es empfehlenswert, wenn ihr dann in der dritten Person weiter schreibt.
Zitat:
„XYZ holt mit der Peitsche aus und…“

Es gibt nichts Schlimmeres, als wenn der Gegenüber plötzlich in die erste Person (Ich-Form) verfällt.
Zitat:
XYZ ich schlage dich mit der Peitsche.

Auch bei Emotes ist unbedingt darauf zu achten NICHT für einen anderen zu emoten.
Zitat:
„XYZ gibt XY einen Kuss und spürt wie sie sich vor Erregung und Lust kaum noch halten kann, weil XY sie über alles liebt und verehrt und für sie in den Tod gehen würde.“
Bitte nicht. Überlasst die Reaktion eurem Spielpartner. Dieser weiss selbst am besten wie er sich fühlt.

Gedanken
Man kann Gedanken natürlich aufschreiben („/me denkt, dass...“), doch darauf kann der Gegenüber nicht reagieren, da er ja keine Gedanken lesen kann. Besser ist es, Emotionen zu emoten, denn diese bemerkt der Gegenüber sehr wohl („/me läuft rot an vor Zorn“)

Perfekt ist langweilig
Baut Fehler in Euer RP  ein. Niemand geht durchs Leben und meistert es ohne Pannen und Fehler. Lasst das Schwert fallen, zerbrecht Porzellan, stolpert, stoßt Euch das Knie… es sind die „Kleinigkeiten“ die den Mitspieler zum schmunzeln bringen.

Rock-Regel:
Wenn ihr schreibt, denkt an die Rock-Regel.
Lang genug um das wichtigste abzudecken, aber kurz genug um noch interessant zu sein.

Erschlagt Eure Mitspieler nicht mit Romanen von epischen Ausmaßen, aber gebt ihnen bitte ein paar Details.

Antworten lassen:
Roleplay ist kein Schnellschreibwettbewerb und kein Wettrennen.
Versucht aufeinander zu warten und gemeinsam ins Ziel zu kommen.

OOC:
Versucht möglichst auf OOC („Out Of Character“) Gespräche zu verzichten. Damit sind Dialoge gemeint, die nichts mit dem Rollenspiel zu tun haben.
Sind sie dennoch nötig und für alle Leute relevant, dann schreibt OOC Text besonders gekennzeichnet, zB in Doppelklammern ((Blah blah blah)).
Ist es nicht für alle Mitspieler wichtig, dann benutzt IMs.

Es wird natürlich keiner etwas dagegen haben wenn man sich untereinander abspricht und zu zweit oder dritt ist.
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Danke an Janina Auer für diese Ausführungen.

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Letzte Aktualisierung ( Monday, 1. September 2008 )
 
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