So fuhren wir denn
gemeinsam die Wasserstraßen zwischen den vielen kleinen
Inseln entlang, an bezaubernden Landschaften vorbei, hinein in eine
Welt, die mir mit ihren mittelalterlich anmutenden Gebäuden
einerseits vertraut, durch ihre Bewohner und deren Gesetze jedoch
andererseits noch fremd war.
Ich sah wehrhafte Burgen in den Bergen und kleine Häfen an den
Ufern, vollgepackt mit Kisten und Kästen und allerlei Waren.
Wie ich von Diabolus erfuhr, wird hier fleißig Handel
betrieben aber auch die Piraten sind nicht weit. Von den Piraten
hört man, dass sie allerlei dunkle Geschäfte
betreiben und sogar Menschen einfangen, die sie dann als Sklaven
verkaufen. Sorgenvoll sah ich mich um und überlegte, wie ich
wohl in einer solchen Gesellschaft ehrenhaft als Frau leben
könnte. Ich beschloss daher, mein Talent, Tonwaren
herzustellen, zu nutzen. Ich hatte Glück, denn es wurde eine
Töpferin gesucht für einen leerstehenden kleinen
Laden.
Zurückgekehrt, lernte ich Lady Saba Collas kennen, die diese
Stadt und vieles auf dem Land errichtet hat - eine großartige
und äußerst geschickte Architektin! Auch sie war
sehr freundlich zu mir und nahm mich in die Gemeinde Ta-Sardar auf.
Sogleich bezog ich die Töpferei und stellte meinen ersten
Tonkrug her.
Von etwas Seltsamem möchte ich noch berichten. Was
ich nie zuvor erlebt hatte, stellte sich hier in diesem Land ein: Ich
hatte plötzlich Hunger! Zum Glück hatte ich eine
Angel dabei und konnte mir am Hafen einen leckeren Fisch fangen. Auch
gab es einen Apfelbaum, unter dem ich Äpfel aufsammeln konnte,
die ich aß. Solchermaßen gestärkt, sah ich
mich nun fleißig nach einer passenden Behausung um, wobei mir
Lady Saba behilflich war. Ihr gehören hier verschiedene
Häuser, die sie an die Bürger des Landes vermietet.
Als sie mich auf eine kleine Insel nordöstlich der Hauptstadt
Talbot führte, entdeckte ich dort ein wunderschönes
Hausboot. Es war Liebe auf den ersten Blick und da es unbewohnt war,
durfte ich es beziehen. Diabolus, der Schiffsbauer schenkte mir eines
seiner Boote als er vernahm, dass ich nun in dem Hausboot namens "Sani"
wohnen würde, denn der Weg nach Talbot ist ein Wasserweg.

Ich bin nun glückliche Hausbootbewohnerin und Bootsbesitzerin
in einer Gegend, die sich Pass of Tancred nennt. Es ist eine Wasserwelt
mit Orcas und Papageien, exotisch und mit angenehmem Klima, wobei es
hierzulande durchaus auch stürmisch sein kann, wie ich in den
nächsten Tagen erfuhr, aber darüber werde ich ein
anderes Mal berichten.
Die Töpferin Wind verabschiedet sich nun mit dem
landesüblichen Gruß: Be well!