Auch die Bewohner
von Zuflucht sind davon betroffen. Vor etwa einer
Woche ereilte sie die Hiobsbotschaft. Zerknirscht stand der Landowner
vor seinen Bewohnern und musste ihnen mitteilen, dass der
SIM kurz vor
dem Aus steht. Der Grund? Er hat einen Sim gestaltet, auf dem nur acht
Wohnhäuser stehen, der Rest besteht aus Natur und
Wasserläufen. Ihm war
es wichtig etwas „schönes“ und liebevolles
zu gestalten. Genau das war
ihm auch gelungen und genau das lieben die Einwohner. Das
Wermutströpfchen daran ist, dass er durch die Mieteinnahmen
seine
Kosten nicht gedeckt bekommt, doch die Liebe zu seinem Sim und auch zu
seinen Einwohnern entschädigte ihn bislang dafür.
Jegliche vergangene
Preiserhöhung nahm er zähneknirschend hin, doch nun
kam auch er an
seine Grenzen und teilte dies seinen Bewohnern mit. Nach dieser
Verkündigung stand er vor einer schweigenden und betroffenen
Gesellschaft. Doch nachdem der erste Schock überwunden war,
kam Leben
ins Spiel, denn alle waren sich einig, der Sim muss weiter existieren.
Über andere Alternativen wurde erst gar nicht nachgedacht,
jeder
überlegte nur, wie er dazu beitragen kann den Sim weiterhin zu
erhalten. Das größte Angebot kam wohl von einem
Pärchen, das sich
spontan dazu entschloss einen grossen Anteil der
Tier zu
übernehmen,
andere tragen mit kleinen finanziellen Anteilen und Spenden zum Erhalt
bei. Die, die sich keinen höheren Beitrag leisten
können, überlegen
sich andere Möglichkeiten der Hilfe, andere werden bei Bedarf
eine WG
gründen, damit wieder ein Haus zum Vermieten zur
Verfügung steht. Der
Owner war so überrascht und gerührt, dass er sofort
wieder bereit war,
weiterhin den Bärenanteil zum Erhalt beizutragen, als er
merkte, dass
er den Sim nicht einfach so aufgeben kann und wie sehr die Bewohner an
diesem schönen Fleckchen von SecondLife
hängen.
Ich habe
selten eine Gruppe von Menschen kennen gelernt, die unterschiedlicher
nicht sein könnten. Doch als es darum ging, dass ihnen ihr
Zuhause
genommen werden soll, entstand eine Gemeinschaft von Freunden. Schaut
man sich auf dem Sim um, diese liebvolle und detaillierte Gestaltung in
mitten von Natur und wie jeder Bewohner diesen Stil auf seinem
Grundstück weitergeführt hat, ob es nun
Plätze der Ruhe und Entspannung
sind, oder kleine Dinge die das Gefühl der Natur noch
näher bringen
können. Eine Bewohnerin, die ich fragte, warum sie gerade
Zuflucht als
ihre Heimat gewählt hat, antwortete: „Die Weite...es
ist nicht alles so
dicht zusammen. Man hat das Gefühl atmen zu
können….“ Eine weitere
Bewohnerin ging sogar soweit zu sagen, dass das 2. Leben ohne Zuflucht
für sie keinen Sinn mehr hat. Sicherlich spontan dahin
gesprochen, aber
es spiegelt schon die Liebe und Nähe zu diesem Sim wieder.
Alle betonen
auch die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft des Simowners, den sie
mittlerweile zu ihren Freunden zählen, der zu ihrer
Verbundenheit zu
diesem Sim beiträgt.
Was mich noch begeisterte, ist die
Einstellung des Pärchens, das sich spontan dazu entschloss
fast die
Hälfte der Tier zu übernehmen. Immerhin
könnte man doch nun auf den
Gedanken kommen, dass nun einige auf Kosten anderer auf Zuflucht weiter
leben. Doch diesen Gedanken fanden sie absurd und waren sich sicher,
dass jeder das zum Erhalt beiträgt, was ihm möglich
ist.
Bleibt
zu hoffen, dass die Hilfe ausreicht und nicht noch mehr Belastungen auf
die Zuflucht-Bewohner zukommen. Doch ich denke, diese Gemeinschaft
bekommt so schnell niemand unter.
Ich bin stolz, dass ich dazu gehören darf!